Craniosacral-Therapie – Babys und Kinder

"Ein Kind kann, wonach es strebt – und es will nichts anderes als das, was es kann" >Arno Stern<

 

Babys haben nach der Geburt viel zu bewältigen. Durch den Druck des engen Geburtskanals werden die Schädel- und Gesichtsknochen stark komprimiert, und auch die Wirbelsäule und das Becken sind großer Belastung ausgesetzt. In den ersten Lebenswochen entfalten und formen sich alle Körperstrukturen und das kindliche System reorganisiert sich.

Hat sich die Geburt verzögert (mehr als 10 Stunden) oder hat sie sehr kurz gedauert (unter 4 Stunden), oder sind kleinere oder größere Schwierigkeiten aufgetreten, war eine Vakuumpumpe im Einsatz oder wurde ein Kristeller Manöver angewendet, dann können die kleinen Körper diese Neuorganisation oft nicht alleine bewältigen. Auch eine Krumm- oder Zwangshaltung über längere Zeit, bedingt durch Beckenendlage, Querlage oder Mehrlingsschwangerschaft, verursacht in den ersten Monaten häufig Beschwerden.

 

In der craniosacralen Therapie arbeite ich mit sogenannten indirekten Techniken. Das bedeutet, ich arbeite nie gegen den Widerstand der beschwerdeverursachenden Gewebs- oder Knochenbewegung. Vielmehr folge ich mit meinen Händen der Bewegung so lange bis sie endet. Hier halte ich sie sanft an und warte bis eine Entspannung eintritt. Babys und Kinder werden im Moment der Spannungslösung meist ruhig und in sich gekehrt. Der Prozess endet in der Regel mit tiefem Aufatmen und sichtbarer Entlastung.

Der kindliche Körper erledigt in den folgenden 10 - 14 Tagen aus eigener Kraft weitere Anpassungen. Sie können das unter anderem merken an verbesserter Körpersymmetrie und Beweglichkeit, leichterer Verdauung, Zunahme feinmotorischer Fähigheiten, Entwicklungsfortschritten, verbessertem Schlaf, mehr Ausgegelichenheit.

Nach dem Ersttermin finden – je nach Beschwerdebild und Alter des Kindes – in der Regel ein bis zwei Folgetermine nach etwa 2 bis 3 Wochen statt. Danach reicht meist eine Behandlung nach weitern 4 bis 6 Wochen.

Zur Begleitung von Kindern ohne Beschwerden empfieht sich 1 bis 2 mal pro Jahr eine Kontrolle. 


Hinweise ob Ihr Baby Unterstützung braucht

  • Weint häufig, anhaltend oder panikartig, ohne erkennbaren Grund

  • Lässt sich nicht gerne am Kopf berühren, auch anziehen über Kopf ist schwierig

  • Weint beim Wickeln (Becken anheben)

  • Lässt sich nicht ablegen, will überwiegend getragen werden

  • Toleriert die Bauchlage nicht (weint)

  • Hält das Köpfchen schief oder bevorzugt nach rechts oder links

  • Auffällige Körperhaltung (Überstreckung, C-Form, Asymmetrie)

  • Weint beim Autofahren, wehrt sich gegen das Maxi Cosi

  • Kann nicht gut schlafen

  • Abflachung des Kopfes (seitlich oder Hinterkopf)

  • Haarabrieb oder kahle Stelle am Hinterkopf

  • Probleme beim Stillen

  • Erbricht regelmäßig nach den Mahlzeiten

  • Verdauungsbeschwerden

  • Vermehrte Unruhe